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Sicherheit und soziale Nähe in Videokonferenzen

4 Tipps für dein Online-Meeting: In gutem Licht erscheinen: Auf die Qualität von Bild und Ton achten. Präsent sein, Verbindung aufnehmen und lächeln. Sich selbst und den Hintergrund inszenieren. Soziale Distanzierung überwinden.

In der ersten Phase der Krise, die coronabedingt eine räumliche Distanzierung von unseren Mitarbeiter*innen, Kolleg*innen, Vorstandskolleg*innen, etc. notwendig machte, mussten schnelle Lösungen her. Wer einige Funktionen von Zoom, Teams, Skype, etc. so erklären konnte, dass ein rascher Einsatz möglich war, konnte mit zunehmendem Prestige in den Augen seiner Mitbürger*innen rechnen.
Bald wurde deutlich, dass die Nutzung von Videokonferenzen auch unerwartete Tücken mit sich brachte, von technischen Desastern über seltsames Aussehen von bislang als distinguiert wahrgenommenen Vorgesetzten bis hin zu ungewollten Eindrücken privater Wohnformen.
Es zeigt sich, dass das Beherzigen von einigen wenigen Tipps deinen Videokonferenz-Auftritt gleich viel professioneller und sicherer wirken lassen. Im Folgenden findest du vier Hinweise, die sich nicht auf die konkrete Arbeit mit den zur Verfügung stehenden Apps beziehen, sondern vielmehr auf die Optimierung des Rahmens abzielen.

In gutem Licht erscheinen

In Videokonferenzen steht und fällt vieles mit Bild und Ton, naturgemäß. Das eingebaute Mikrophon im Notebook reicht häufig nicht aus, da der Abstand zur Tonquelle zu groß werden kann. Ein Kopfhörer kombiniert mit einem Mikro sollte zur Standardausrüstung zählen. Zusätzlich ist man gut beraten, Hintergrundgeräusche möglichst auszuschalten. Karotten knabbern bei einer Videokonferenz ist ein No-Go. Ebenso wichtig ist es, eine gute Bildqualität sicherzustellen. Hier kann die eingebaute Webcam am Notebook ausreichend sein. Wenn du diese verwendest, achte darauf, dass sich die Cam etwa auf Augenhöhe befindet. Stell dein Notebook notfalls auf eine Box oder auf ein paar Bücher.
Nicht nur für eitle Menschen spielt das Licht eine zentrale Rolle. Eine Videokonferenz bei Tageslicht lässt dich um 15-20 Jahre älter aussehen. Am besten bewährt es sich, das Tageslicht – etwa mit einem dünnen weißen Vorhang – zu reduzieren und gleichzeitig auf künstliche Beleuchtung zu setzen. Idealerweise lässt man sich hier von einer/m Fotograf*in beraten.

Präsent sein, Verbindung aufnehmen und lächeln

Setz dich bestmöglich in Szene. Viel stärker als der Inhalt selbst wird das „Wie“ wahrgenommen. Eine aufrechte Haltung – auch im Sitzen – mit nach hinten genommenen Schultern vermittelt Präsenz. Nonverbale Elemente können in Videokonferenzen viel begrenzter wahrgenommen werden als in analogen Treffen, deshalb ist es wichtig, die wenigen Möglichkeiten effizient zu nutzen. Dazu gehört auch, in die Linse der Kamera zu schauen. Dies ist ungewohnt und am Anfang auch schwierig, aber nur so signalisierst du, dass du bereit bist, Verbindung aufzunehmen.
Noch viel weniger als im analogen Bereich möchte man online grantige Menschen sehen. Ein probates Mittel um Bereitschaft zum emotionalen Andocken zu signalisieren ist zu lächeln. Lächle, schon bevor du in die Videokonferenz gehst, lächle, auch wenn du konzentriert bist und lächle, wenn das Meeting zu Ende ist.

Sich selbst und den Hintergrund inszenieren

Der Hintergrund wird stark wahrgenommen und interpretiert. Daher ist es sinnvoll zu planen, was ich von meinem Zuhause herzeigen möchte und dies zu inszenieren. Natürlich transportieren Kunstgegenstände, eine Bücherwand, Pflanzen, Graffiti oder die unaufgeräumte Küche im Hintergrund Botschaften. Dies sollte man nicht unterschätzen, da hier auch soziale Bewertungen vorgenommen werden. Vielfach wird empfohlen, Hintergründe sparsam einzusetzen und die Ablenkung gering zu halten.
Nicht nur der Raum im Hintergrund bietet sich als Basis von Interpretationen und Bewertungen an, auch dein Äußeres steht auf dem Prüpfstand. Gerade weil man zu Hause tendenziell weniger Fokus auf auf das Erscheinungsbild legt, etwa in Bezug auf die Kleidung, sei vor Irritationen gewarnt, wenn man den Eindruck vermittelt, man sei gerade aufgestanden und auf dem Weg zur Morgentoilette.

Soziale Distanzierung überwinden

In Zeiten des sogenannten „Social Distancing“ wird das Bedürfnis nach sozialer Interaktion besonders spürbar. Eine Check-in-Runde ermöglicht es den Teilnehmer*innen am Meeting auch, im digitalen Raum anzukommen. Tendenziell steigt man in Online-Meetings eher direkt in die Themen ein, hier kann etwas Geduld einen großen Beitrag zum Zusammenhalt bewirken. Teamleiter*innen und Führungskräfte können diese Phase des Meetings auch nutzen um zu zeigen, dass sie nicht nur arbeitstechnisch präsent bleiben, sondern auch sozial.
Videokonferenzen brauchen eine Moderation, diese Rolle kann von der Führungskraft oder einem thematischen Leader übernommen werden, kann aber auch extern bereitgestellt werden. Gerade in Online-Meetings spielt das Einhalten von vereinbarten Regeln eine große Rolle, wenn man konzentriert und ergebnisorientiert arbeiten möchte. Manche Tücken der Kommunikation verstärken sich in diesen Settings, so werden etwa dominante Persönlichkeiten online noch dominanter, diversitäts- oder genderrelevante Zuschreibungen und Verhaltensweisen verstärken sich. Die Kommunikation wird insgesamt schwieriger, da viele nonverbale Elemente weniger wahrgenommen werden können.

Eine starke Nutzung von Videokonferenzen geht einher mit dem starken Bedürfnis nach analoger Kommunikation. Dessen ungeachtet birgt diese Form der Kommunikation ausgezeichnete Möglichkeiten, auch über Corona hinaus effizient zu arbeiten und zu kommunizieren, die Spielregeln unterscheiden sich allerdings mehr oder weniger.